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Zerlina reitet Giovanni

 

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Im Mai 2014 hat Moltopera mehreren hundert deutschen Schülern die Welt der Oper näher gebracht. Die dreizehn- bis sechzehnjährigen haben László Ágostons frische, interaktive und jugendliche Vorträge in fünf verschiedenen Schulen in der Provinz der Oberlausitz besucht. Gesponsert wurde das Projekt von der Europäischen Union und dem Görlitzer Autohaus Skoda Klische.


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 Die Studenten erwarten etwas schlimmes am Anfang

 

Der Mai 2014 wird den Mitgliedern von Moltopera (László Ágoston, General Manager; Renáta Göncz, Sängerin; András Emszt, Pianist und Renáta Burghardt, Managerin) lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen des künstlerischen Debüts im sächsischen Landtag, sondern auch wegen des ersten Bildungsprogramms von Moltopera im Ausland. Organisiert von dem Team Moltopera Germany (Nils Matthiesen und Sarah Schubert), haben wir während der Projektwoche Schulen in Rothenburg, Niesky, Rauschwalde, Löbau und Oberoderwitz besucht.

 

Verpasse nicht dieses Video!

 

„Als Auftakt haben wir jedes mal mit dem bekannten Stück O mio babbino caro begonnen. Die Schüler haben gekichert, die Köpfe geschüttelt und waren geschockt, sie befürchteten 180 Minuten Langeweile. Sobald ich auf die Bühne kam, überzeugte ich sie von meinen Verständnis für sie und erklärte ihnen: wenn ich in ihrer Haut stecken würde, würde ich mich genauso fühlen, aber ich sei nicht vierzehn Stunden aus Ungarn zu ihnen gefahren, um sie zu langweilen. Ich versprach ihnen aufregende und lustige 180 Minuten, in denen Oper eine große Rolle spielen sollte." (László Ágoston)

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 "Spiele wie ein Opernsänger!"

 

Die ersten 90 Minuten hatten die Aufgabe inne, die Fassade der Oper-Stereotypen bröckeln zu lassen. Ist es möglich 300 Jahre alte Musik zu genießen? Kann Begeisterung und Einfühlungsvermögen in diesem strikten und engen Rahmen des Opern Genres existieren? Geht es bei Oper wirklich nur um eine dicke Dame die erstochen wird, aber für weitere zwanzig Minuten singt. Wir haben versucht fundierte Antworten zu den Fragen mit Hilfe unserer Präsentationen, die gefüllt mit Videos und Fotos waren, zugeben, obgleich wir uns jetzt schon freuen würden, alle Schulen 2015 wieder zu besuchen.

 

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Einführung in die Stimmbildung

 

Während dieser Woche standen wir vielen überraschenden Erkenntnissen und schwierigen Situationen gegenüber. Weder kannten die Schüler den Namen von Luciano Pavarotti noch war ihnen die Zeichentrickserie Tom&Jerry ein Begriff. Außerdem gab es Schulen, in denen kein einziger Schüler jemals in seinem Leben eine Oper besucht hatte. Die außergewöhnlichste Situation war wahrscheinlich, als wir unsere Vorträge wegen der Renovierung der Schulaula, in einer Kirche, die die Größe einer Kathedrale hatte, halten mussten ( über Don Giovanni wohlgemerkt! ).

 

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Der Tod des Kommandanten mit einem Altar im Hintergrund

 

Die Vorträge wurden auf Englisch gehalten, allerdings ausschnittsweise von Nils Matthiesen und Sarah Schubert ins Deutsche übersetzt.

 

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Nils Matthiesen und Sarah Schubert

 

Sobald wir feststellten, dass unsere Zuhörer nicht mehr mit Angst, Ablehnung oder Ekel an Oper dachten, kamen wir für die nächsten 90 Minuten schließlich zu Don Giovanni. Mit Hilfe von Videos haben wir aufgezeigt, welche falschen Bilder durch eine schlechte Regie entstehen können (nicht realistisch dargestellt, „Parking and barking“) und das sogar bei solch einer einzigartigen Oper wie Don Giovanni. Im Anschluss haben wir die ersten vier Minuten der Inszenierung in insgesamt vierzig Minuten gemeinsam analysiert, um die Tiefe der Darstellung, die sich in der Musik verbirgt, aufzuzeigen, die Bedeutung von musikalischen Zeichen darzustellen und hinter die Fassade der Gewohnheit, Motivation und Handlung von Giovanni, Anna und den anderen Darstellern zu schauen. Warum rennt eine junge Donna hinter ihrem Angreifer her um ihn aufzuhalten, wenn diese die Affäre eigentlich gar nicht wollte? Warum sollte man glauben, dass eine wehrlose, junge Frau einen kräftigen, starken Vollblut-Mann alleine mit ihrer Kraft davon abhalten kann wegzulaufen, wenn dieser eigentlich versucht zu flüchten. Was könnte der Regisseur an dieser Stelle tun? Was ist der offensichtliche aber versteckte Hinweise über Donna Elviras Wahnsinn. Ist der Frauenheld eine schlechte Person oder ist das einfach ein Teil seiner Personalität. Nach den Antworten für diese Fragen haben wir zusammen, interaktiv, unter Verwendung der theaterpädagogischen Werkzeugen, gesucht.

 

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Don Giovanni wagt etwas um zu fliehen

 

In der letzten halben Stunde konnten die Schüler selbst auf die Bühne kommen: wir haben sie gebeten, jeweils zu zweit Regieanweisungen für Ausschnitte aus der La ci darem la mano-Szene zu geben. Sie hatten bessere und schlechtere Ideen, aber viel wichtiger war uns, dass sie ein klares Bild von der Komplexität dieses Genres und ein Gefühl für die Dinge, die ein Sänger oder Regisseur berücksichtigen muss, bekamen. Eine der lustigsten Ideen war, als Zerlina gebeten wurde auf den Rücken von Don Giovanni zu springen und auf ihm von der Bühne zu reiten ( diese Szene ist u.a. in dem nachfolgenden Video zu sehen!).

 

 

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Renáta Göncz, László Ágoston, Sarah Schubert, Nils Matthiesen, Renáta Burghardt , András Emszt und die Musiklehrerin der Schule in Niesky

 

Die Schüler nahmen außerdem an unserer Moltopera Umfrage zu Einstellung, Gefühlen und Gedanken von unter 35-jährigen hinsichtlich Oper teil. Mit drei knappen Kommentaren wurden wir schließlich mehr belohnt als mit jedem offiziellen Erfolg. Auch wenn wir niemanden darum gebeten hatten unser Programm zu bewerten, schrieben die Studenten anonym an den leeren Rand der Umfrage Nachrichten an uns wie:

 

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